Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
In der tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) gibt es unterschiedliche Entstehungsmodelle für psychische Erkrankungen.
Die TP basiert auf analytischen Konzepten von der unbewussten Verinnerlichung von Beziehungsmustern, die wir früh erfahren haben und im weiteren Leben immer wieder herstellen. Häufig können Krankheitssymptome als Folge nicht bewältigter Beziehungserfahrungen und Konflikten aus früheren Lebensphasen entschlüsselt werden. In der therapeutischen Beziehung ist es daher wichtig, dass alle Gefühle, Gedanken, Träume und Fantasien auftauchen dürfen, ohne dass sie bewertet oder abgelehnt werden. So können alte Beziehungsmuster gemeinsam reflektiert und neue Beziehungserfahrungen gemacht werden. Ziel der Behandlung ist es dann, die zugrundeliegenden unbewussten Motive und Konflikte der aktuellen Symptome bewusst zu machen und zu integrieren. Auf dieser "Schatzsuche" lernen wir uns selbst besser zu verstehen und neue Wege zu gehen. Die Sprache der Kinder ist dabei ihr Spiel.
Eine weitere Ursache für psychische Symptome können Traumata (Wunden) sein, die uns in unserem Leben zugefügt wurden und die so belastend waren, dass wir sie nicht (ausreichend gut) integrieren konnten. Die Erfahrungen wurden nicht "richtig abgespeichert" und unser Nervensystem bleibt im "Notfallprogramm". Hier ist EMDR eine bewährte und sehr hilfreiche Methode, die oft in wenigen Sitzungen zur Auflösung der Symptomatik führt.
Schließlich kann es aufgrund verschiedener Ursachen zu sogenannten frühen Störungen kommen, bei denen einige psychische Fähigkeiten (wie z. B. Mentalisierung, also sich in andere hineinversetzen, oder die Fähigkeit zur Selbstberuhigung) nicht ausreichend entwickelt wurden. Und genauso vielfältig wie die Ursachen, so unterschiedlich sind auch die Behandlungsmethoden. Aufklärung und die Auflösung von Schuldgefühlen führen häufig bereits zu einer großen Entlastung.
Ergänzende Methoden aus der Verhaltenstherapie, dem Coaching und der Achtsamkeitsmeditation
Die Verhaltenstherapie (VT) basiert auf Konzepten der Lerntherapie. Viele unserer Verhaltens- und Gedankenmuster (z. B. bei Zwangsstörungen oder Angsterkrankungen) sind so fest verankert, dass es oft hilfreich ist, konkrete Übungen zu machen, um neue Erfahrungen erst einmal ausprobieren zu können oder um in einen neuen Erlebenszustand zu kommen. Begleitend zur konkreten Umsetzung neuer Erfahrungen nutze ich unter Anderem Imaginationsübungen, die Umwandlung von Glaubenssätzen, die Arbeit mit dem innere Kind oder die Stuhlarbeit aus der Schematherapie. Aber auch Übungen aus dem Coaching, wie das Future-Self-Interview oder die Lebenslinie helfen sehr gut dabei, neue Perspektiven einzunehmen und den Mut zu entwickeln den Vermeidungswunsch zu überwinden.
Neben all dem arbeite ich auch mit achtsamkeitsbasierten Methoden.
Es geht nicht darum perfekt zu werden, sondern darum ganz zu sein
Vertrauen aufbauen
Je nachdem welche Erfahrungen wir in unserem Leben gemacht haben, kann es uns schwer fallen Vertrauen in uns und andere aufzubauen. Unser Misstrauen möchte uns vor weiteren Verletzungen schützen. Daher braucht es einen sicheren Rahmen und Zeit, um Vertrauen im eigenen Tempo behutsam entstehen zu lassen.
Nach Innen blicken
Oft können wir beschreiben, wie wir uns oder unsere Liebsten sich verhalten, aber wir verstehen nicht, wie es immer wieder dazu kommt, warum wir Dinge tun, die wir vielleicht gar nicht tun möchten. Hier hilft ein Blick in unser Inneres, unsere Bedürfnisse, Gefühle, Muster und Blockaden, die gemeinsam entschlüsselt und verstanden werden dürfen.
Balance halten
Sehr häufig gibt es viele und unterschiedliche Bedürfnisse in uns, so dass sie sich zuweilen scheinbar widersprechen und wir uns innerlich aus dem Gleichgewicht bringen. Wenn es uns gelingt aus der Haltung des „entweder-oder“ in die eines „sowohl-als-auch“ zu finden, lernen wir spielerisch unsere Bedürfnisse auszubalancieren und wieder in die Leichtigkeit zu kommen.
Lebensfreude wiederfinden
Wenn innerlich alles grau geworden ist, weil wir uns leer, sinnlos oder traurig fühlen haben wir oft den Zugang zu unserer Lebensfreude verloren und denken, wir werden nie wieder lebendig und freudvoll sein. Wir werden kalt und erstarren. Mit Liebe und Geduld finden wir in kleinen Schritten wieder den Zugang zu unseren Gefühlen, Bedürfnissen und der Lebensfreude.
Mit Achtsamkeit im Leben
Manchmal erscheint alles zu groß, zu schnell, zu überwältigend für uns zu sein. Unsere Gedanken kreisen, der Körper spielt verrückt, unsere Fantasie malt uns die schlimmsten Szenarien aus. Wenn wir achtsam ins Hier und Jetzt finden, merken wir, dass die Vergangenheit vorbei und die Zukunft noch voller Möglichkeiten ist. Wir dürfen ankommen und Ruhe in der Gegenwart finden.
Kreativität und Fantasie wecken
Uns alle verbindet der Wunsch uns auszudrücken und Neues zu erschaffen. Das machen wir automatisch in unseren Träumen, durch die Wahl unserer Kleidung, unserer Interessen. Der Zugang zu unserer Kreativität und Fantasie ermöglicht uns, uns sinnvoll und wirksam in einem neuen Möglichkeitenraum zu fühlen und zurück ins Vertrauen zu finden.
Freies Spiel
Das freie Spiel ist eine wundervolle Möglichkeit in einen Als-Ob-Zustand zu kommen, um sich selbst in verschiedenen Rollen und Situationen aus zu probieren und um Erfahrungen zu sammeln, die im Alltag vielleicht gar nicht erlebbar wären. Kinder können dabei sowohl Mama, als auch Papa sein, Superheld, Hexe oder Dinosaurier werden und mal machtvoll, grausam, hilfreich, schlau, zerstörerisch und liebevoll sein. Im Spiel ist alles erlaubt und gibt den Raum sich selbst zu erkunden und all die unbewussten, und im Alltag wenig wertgeschätzten Anteile anzunehmen.
Mögliche Symptomatiken und Krankheitsbilder
- Ängste, z.B. Nachtängste, Angst vor dem Einschlafen oder Schulangst
- Depressionen
- Aggressive Verhaltensauffälligkeiten
- Unruhe und Aufmerksamkeitsstörungen (ADS/ADHS)
- Ein- und Durchschlafstörungen, Albträume
- Kontakt- und Beziehungsstörungen
- Trennungsschwierigkeiten, Ablösungsprobleme
- Probleme mit der Geschlechterrolle
- Körperliche Erkrankungen wie Asthma oder Neurodermitis, an denen häufig seelische Faktoren mitbeteiligt sind
- Körperliche Schmerzen ohne medizinischen Befund, z.B. unklare Bauch- und Kopfschmerzen
- Selbstmordgedanken, suizidales Verhalten, Selbstverletzung, Neigung zu Unfällen
- Psychogene Essstörungen wie Magersucht, Bulimie oder Adipositas
- Sprachstörungen, z.B. Stottern, Mutismus
- Suchtverhalten
- Störung der Impulskontrolle
- Störungen infolge von (schweren/chronischen) Krankheiten
- Traumatisierung durch sexuellen Missbrauch, Vernachlässigung, Misshandlung oder andere belastende Ereignisse
- Langanhaltende Trauerreaktion nach Verlusten